Mit dem Begriff Change Management Mindset wird die Gesamtheit der Grundüberzeugungen bezeichnet, die das Denken und Handeln von Menschen im Kontext von Veränderungsprozessen prägen. Es beschreibt, wie offen Personen gegenüber Wandel sind, wie sie mit Unsicherheit, Lernen und Fehlern umgehen und in welchem Maß sie Veränderungen aktiv mitgestalten oder eher vermeiden.
Das Change Management Mindset ist eng mit den individuellen Wertvorstellungen sowie biografischen Erfahrungen verbunden und damit Teil der Persönlichkeit. Entsprechend anspruchsvoll ist es, dieses Mindset nachhaltig zu verändern – insbesondere im Rahmen von Change- und Transformationsprojekten.
Die US-amerikanische Psychologie-Professorin Carol Susan Dweck, Autorin der Bücher „Mindset: The New Psychology of Success“ und „Mindset: How You Can Fulfill Your Potential“, unterscheidet zwei grundlegende Formen von Mindset, die auch im Change Management eine zentrale Rolle spielen: das Fixed Mindset und das Growth Mindset.
Menschen mit einem Fixed Mindset glauben, dass ihre Fähigkeiten, Talente und ihre Intelligenz weitgehend angeboren oder durch ihre Biografie festgelegt sind. Im Kontext von Veränderungsprozessen denken sie häufig:
„Ich kann das einfach nicht.“
Fehler und Scheitern werden als Beweis für persönliche Grenzen interpretiert. Entsprechend werden Risiken, neue Arbeitsweisen oder ungewohnte Rollen eher vermieden – insbesondere dann, wenn Veränderungen Unsicherheit erzeugen oder bestehende Routinen infrage stellen.
Ein Fixed Mindset kann in Change-Projekten dazu führen, dass:
Beim Growth Mindset gehen Menschen davon aus, dass sie sich weiterentwickeln können – durch Übung, Erfahrung und Ausdauer. Bezogen auf Change Management bedeutet dies, Veränderungen als Lern- und Entwicklungschance zu begreifen.
Menschen mit einem Growth Mindset sehen Fehler nicht als persönliches Scheitern, sondern als Teil eines Lernprozesses. Sie stellen Fragen wie:
„Was kann ich daraus lernen?“ oder „Was brauche ich, um damit besser umgehen zu können?“
Ein Growth Mindset begünstigt im Change Management:
Ob eine Person eher von einem Fixed oder einem Growth Mindset geprägt ist, hat nach Dweck einen starken Einfluss darauf, wie ausgeprägt ihre Veränderungs- und Lernbereitschaft ist.
Menschen mit einem Fixed Mindset haben tendenziell mehr Angst vor neuen Herausforderungen und möglichem Scheitern. Ein Growth Mindset hingegen fördert die Bereitschaft, Veränderungen aktiv anzugehen und sowohl aus Erfolgen als auch aus Rückschlägen positive Lehren zu ziehen.
Im Arbeitsalltag zeigt sich das zum Beispiel so:
Eine Person mit Fixed Mindset sagt: „Ich bin einfach nicht gut in Veränderungen.“
Eine Person mit Growth Mindset sagt: „Veränderungen fallen mir noch schwer – aber ich kann lernen, besser damit umzugehen.“
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Dweck betont, dass sich Menschen nicht dauerhaft in die Kategorien „Fixed Mindset“ oder „Growth Mindset“ einteilen lassen. Vielmehr kann – abhängig vom jeweiligen Lebens- oder Arbeitsbereich – mal das eine, mal das andere Mindset dominieren.
So sind viele Menschen in bestimmten Tätigkeitsfeldern fest überzeugt: „Das kann ich nicht und werde es auch nie können“, während sie sich in anderen Bereichen durchaus als lernfähig und kompetent erleben.
Auch im Change Management bedeutet dies: Ob bei einer Person eher ein Fixed oder ein Growth Mindset überwiegt, lässt sich beeinflussen – etwa durch neue Erfahrungen, die bisherigen Überzeugungen widersprechen, oder durch Rahmenbedingungen, die das Ausprobieren neuer Wege erleichtern.
Eine Veränderung des Mindsets beginnt mit Bewusstheit. Erst wenn dir auffällt, in welchen Situationen du im Kontext von Veränderungen „festgefahren“ denkst, kannst du gezielt daran arbeiten.
Hilfreich sind unter anderem:
Mit der Zeit können so flexiblere Denkweisen entstehen – nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt.
Dieses Wissen ist insbesondere beim Planen von Change- und Transformationsprojekten in Unternehmen von großer Bedeutung – vor allem dann, wenn diese nicht nur Strukturen und Prozesse, sondern auch die Kultur einer Organisation verändern sollen.
Denn zur Erreichung solcher Ziele ist in der Regel auch eine (partielle) Veränderung der Denk- und Verhaltensmuster erforderlich, die das Handeln und die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden bislang geprägt haben. Deshalb spielt die Förderung eines Change Management Mindsets bzw. eines Growth Mindsets in nahezu allen Veränderungsprojekten eine zentrale Rolle.
Eine Veränderung des Mindsets ist in Change-Projekten häufig notwendig, weil Grundüberzeugungen und Glaubenssätze unser Handeln – meist unbewusst – beeinflussen und damit auch den Erfolg von Veränderungsvorhaben mitbestimmen.
Insbesondere Führungskräfte und Projektverantwortliche sollten sich dessen bewusst sein, um Change-Projekte so zu planen, dass sie die Betroffenen im Projektverlauf gezielt unterstützen und damit die Erfolgschancen der Veränderung deutlich erhöhen.
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