M&A

Definition

M&A ist die Abkürzung für Mergers and Acquisitions und bezeichnet Unternehmensfusionen (Mergers) sowie Unternehmenskäufe bzw. -verkäufe (Acquisitions). Der Begriff wird sowohl für einzelne Transaktionen als auch für den Unternehmensbereich verwendet, der sich mit Beteiligungen, Unternehmenskäufen und -verkäufen beschäftigt.

 

Ziel von M&A-Aktivitäten ist es in der Regel, das Unternehmen strategisch weiterzuentwickeln, Wachstum zu erzielen oder die eigene Wettbewerbsposition zu stärken.

 

Mergers und Acquisitions – was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe in Mergers & Acquisitions verweisen bereits auf unterschiedliche Formen von Unternehmenstransaktionen:

 

  • Mergers (Fusionen): Zwei oder mehrere Unternehmen schließen sich zusammen und bilden eine neue Einheit.
  • Acquisitions (Akquisitionen): Ein Unternehmen übernimmt ein anderes Unternehmen oder Unternehmensteile (das sogenannte Target).

 

Beide Formen werden unter dem Sammelbegriff M&A zusammengefasst.

 

Ziele von M&A-Transaktionen

Unternehmen verfolgen mit M&A-Projekten häufig das Ziel, ihre Existenz langfristig zu sichern und Wachstum zu erzielen. Während internes Wachstum – etwa durch Umsatzsteigerung oder den Ausbau des Leistungsportfolios – oft zeitaufwendig ist, ermöglicht externes Wachstum durch M&A-Transaktionen vergleichsweise schnelle Effekte.

 

Durch Fusionen oder Unternehmenskäufe können im Idealfall:

  • Umsatz gesteigert,
  • Marktanteile ausgebaut,
  • die Betriebsgröße und damit die Marktmacht erhöht werden.

 

Zudem lassen sich häufig Synergien realisieren, z. B. im Einkauf, in der Produktion, im Vertrieb oder in der Produktentwicklung, die sich positiv auf Ertrag und Gewinnmarge auswirken.

 

Der M&A-Prozess

M&A-Transaktionen folgen in der Regel einem strukturierten Ablauf.

 

1. Definition der M&A-Ziele

Zu Beginn werden die strategischen Ziele festgelegt, die mit der Übernahme oder Fusion erreicht werden sollen.

 

2. Identifikation potenzieller Targets

Anschließend erfolgt die Suche nach geeigneten Übernahmeobjekten bzw. Fusionspartnern.

 

3. Bewertung und Due Diligence

Die potenziellen Targets werden bewertet. Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung wird analysiert, ob und in welchem Umfang die M&A-Ziele erreichbar sind und welcher zeitliche sowie finanzielle Aufwand dafür erforderlich ist.

 

4. Verhandlungen und Vertragsabschluss

Es folgen Verhandlungen mit den Eigentümern und/oder dem Management des Targets (Deal Negotiation). Die Ergebnisse werden häufig in einem Term Sheet festgehalten. Ein Letter of Intent kann die Absicht zur Durchführung der Transaktion bekräftigen. Unterstützt werden diese Schritte meist durch Anwälte, Wirtschaftsprüfer, M&A-Berater und Investmentbanken.

 

Nach dem M&A-Prozess: Post Merger Integration (PMI)

Mit dem Signing und Closing endet die eigentliche Transaktion – der eigentliche Erfolgsfaktor beginnt jedoch erst danach: der Post-Merger-Integrationsprozess (PMI).

 

Im PMI-Prozess werden die beteiligten Unternehmen organisatorisch zusammengeführt. Prozesse, Strukturen und Abläufe werden harmonisiert, um die definierten M&A-Ziele zu erreichen und die geplanten Synergien tatsächlich zu realisieren.

 

Gerade dieser Schritt gestaltet sich in der Praxis oft deutlich schwieriger und langwieriger als ursprünglich angenommen.

 

Erfolg von M&A-Projekten

Viele Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ein erheblicher Teil aller M&A-Transaktionen die ursprünglich gesetzten Ziele nicht oder nur teilweise erreicht. Die oft zitierte Zahl von „zwei Dritteln gescheiterter M&A-Projekte“ ist zwar kritisch zu betrachten, dennoch zeigt die Praxis: M&A-Erfolge bleiben häufig hinter den Erwartungen zurück.

 

Typische Ursachen sind:

  • unzureichend fundierte strategische Annahmen,
  • zu hohe Kaufpreise für Übernahmeobjekte,
  • überschätzte Kosten- und Wertsynergien,
  • sowie unterschätzte Integrations- und PMI-Kosten.

 

Insbesondere Synergien werden im Vorfeld häufig zu optimistisch bewertet – nicht selten, um hohe Kaufpreise zu rechtfertigen.

 

M&A- und PMI-Projekte sind Change-Projekte

Eine zentrale Ursache für das Scheitern von M&A-Vorhaben liegt darin, dass der PMI-Prozess nicht ausreichend als Change-Projekt verstanden und gestaltet wird.

 

Denn neben der Integration von Prozessen und Strukturen gilt es auch, die gewachsenen Unternehmenskulturen der beteiligten Organisationen zu harmonisieren. In jedem M&A- und PMI-Prozess gibt es – wie in allen Change-Projekten – Gewinner und Verlierer oder zumindest Personen und Bereiche, die sich als solche empfinden.

 

Entsprechend ist mit offenen oder verdeckten Widerständen zu rechnen, insbesondere in der übernommenen Organisation. Diese professionell zu antizipieren und zu bearbeiten, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für M&A-Projekte.

 

 

M&A-Transaktionen sind komplexe Vorhaben, bei denen strategische, finanzielle, organisatorische und kulturelle Aspekte eng miteinander verknüpft sind. Der langfristige Erfolg hängt dabei weniger vom Abschluss der Transaktion als von der professionellen Gestaltung des Post-Merger-Integrations- und Change-Prozesses ab.

 

 

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