Der Gallery Walk ist eine Moderationsmethode, bei der innerhalb kurzer Zeit mit hoher Aufmerksamkeit Ergebnisse – etwa aus Diagnostiken, Analysen oder Arbeitsgruppen – vermittelt und gemeinsam reflektiert werden. Der Gallery Walk wird häufig in Change- und Organisationsentwicklungsprozessen eingesetzt, um Beteiligte für zentrale Themen zu sensibilisieren und erste Diskussionen anzuregen.
Ein Gallery Walk ermöglicht es, komplexe Inhalte strukturiert sichtbar zu machen und gleichzeitig Raum für individuelle Reaktionen, Kommentare und Bewertungen zu schaffen. Die Methode eignet sich insbesondere, um:
Die Ergebnisse werden an mehreren Stationen im Raum dargestellt. Pro Station werden in der Regel ein bis zwei Poster oder Pinnwände genutzt. Typische Stationen sind:
Diese Struktur unterstützt die Teilnehmenden dabei, sich schrittweise einen Überblick zu verschaffen.
Für die Moderation eines Gallery Walks gibt es zwei bewährte Varianten:
Ein Moderator führt die gesamte Gruppe von Station zu Station und erläutert jeweils die dargestellten Inhalte. Kurze Austauschphasen ermöglichen erste Rückmeldungen.
Es gibt mehrere Gruppen (maximal so viele wie Stationen). An jeder Station befindet sich ein fester Moderator, der mit dem jeweiligen Thema vertraut ist, z. B. Projektleiter, Führungskräfte oder Mitglieder einer Arbeitsgruppe.
Der Gallery Walk erfordert eine hohe Konzentration, da pro Station nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Gleichzeitig stellt die Methode sicher, dass:
Gerade bei sensiblen oder umfangreichen Themen ist dies ein großer Vorteil gegenüber klassischen Präsentationen.
Der Gallery Walk kann auch genutzt werden, um Ergebnisse paralleler Arbeitsgruppen zu würdigen und zu reflektieren. Die Bitte um Kommentierung lenkt die Aufmerksamkeit und liefert den Gruppen wertvolle Hinweise zur Überarbeitung ihrer Ergebnisse. Bei themengleicher Arbeit erweitert sich so das Ergebnisspektrum.
Eine ähnliche Präsentationsform ist der Markt. Hier entscheiden die Teilnehmenden selbst, welche Station sie besuchen und wie lange sie dort bleiben. Dies führt zu mehr Einzeldiskussionen, stellt jedoch nicht sicher, dass alle alle Ergebnisse kennen.
Eine weniger diskussions- und moderationsintensive Variante besteht darin, dass sich der Moderator lediglich für Fragen an der Station aufhält, ohne Inhalte aktiv vorzustellen oder Diskussionen zu lenken. Die Kommentare fallen dabei individueller aus.
Zwischen Markt und Gallery Walk liegt eine Variante, bei der jede Person nur eine festgelegte Anzahl von Stationen auswählt – etwa dann, wenn es mehr Stationen als verfügbare Zeit gibt.
Ein Gallery Walk bildet häufig den Einstieg in vertiefende Arbeitsschritte, zum Beispiel:
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