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Komplexitätsmanagement

Der Begriff „Komplexitätsmanagement“ bezeichnet das Bestreben die Einflussfaktoren auf ein System zu erfassen und deren Wechselwirkungen zu verstehen, um Prognosen über deren künftiges Verhalten oder Entwicklung zu formulieren und somit entscheidungs- und handlungsfähig zu sein. 

Komplexität in Unternehmen und deren Umfeld steigt

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Unternehmen mit ihrer Umwelt  (unter anderem als Folge der Globalisierung und Digitalisierung) muss das Management der Unternehmen bei seinen Entscheidungen immer mehr externe Einflussfaktoren berücksichtigen – zum Beispiel bei seinem Bestreben rasch, flexibel und adäquat auf sich verändernde Marktbedingungen und -anforderungen zu reagieren. Zugleich werden die Arbeitsstrukturen und -beziehungen in den Unternehmen stets vernetzter, sprich komplexer. Auch das erschwert es Unternehmensführern, ihre Organisation zu steuern, sofern sie für sich keine Strategien entworfen haben, um die Komplexität zu meistern.

Deshalb entwickelt sich das Thema „Komplexitätsmanagement“ zu einem
dringlichen Problem in vielen Unternehmen. Dessen ungeachtet verfügen die meisten Unternehmen über keine adäquaten Instrumente und Methoden für ein professionelles Komplexitätsmanagement – auch weil Komplexität im Gegensatz zu Kompliziertheit nur bedingt managebar ist.

Komplexität versus Kompliziertheit

Komplexität ist ein Schlüsselbegriff der modernen Systemtheorie. Dabei gilt es Komplexität von Kompliziertheit zu unterscheiden. So sind zum Beispiel mechanische Uhren kompliziert aufgrund der vielen Einzelteile, aus denen sie bestehen und die funktional miteinander funktional verbunden sind. Deshalb benötigt man für ihre Reparatur Fachwissen – also die Hilfe eines Uhrmachers.

Zugleich ist jedoch das Verstehen der Funktionsweise einer mechanischen Uhr und ihr Bedienen – zum Beispiel das Einstellen der Zeit – recht einfach, also auch für Laien möglich. Zudem ist die Reaktion der Uhr zum Beispiel auf ein Verstellen der Zeiger klar. Deshalb ist das System mechanische Uhr nicht komplex. Zudem kann  man ihr Reparieren lernen, wodurch sich die subjektiv wahrgenommene  Kompliziertheit reduziert.

Komplexität hingegen entsteht dadurch, dass bei einem System wie zum Beispiel dem Wetter sehr viele Einflussfaktoren zusammenwirken – und zwar so, dass deren Wechselwirkungen nie genau vorhersehbar sind. Folglich ist man vor Überraschungen auch nicht gefeit, selbst als Wetterfachmann, und diese gilt es bei Prognosen, also zum Beispiel bei Wettervorhersagen, einzukalkulieren.

Unternehmen und Märkte sind komplexe Systeme

Mit dieser Herausforderung sind zunehmend die Entscheider in Unternehmen konfrontiert. Sie können bei ihren strategischen, also zukunftsweisenden Entscheidungen oft nur bedingt einschätzen,
  • wie (re-)agieren die Menschen im Unternehmen bzw. dessen Umfeld auf diese,
  • wie reagieren die Mitbewerber (auf gewisse Phänomene im Markt, auf unsere Entscheidungen) und   
  • wie verhalten sich die (Kapital-)Märkte
  • und, und, und....
Komplexe Systeme wie zum Beispiel Märkte und Unternehmen lassen sich zwar beobachten, aber nur bedingt steuern und kontrollieren. Zugleich hat jedoch jede Handlung zum Beispiel der Manager von Unternehmen Einfluss auf System, ohne dass dessen Reaktion mit Sicherheit vorhersehbar ist.

Komplexitätsmanagement ist weitgehend Risikomanagement

Dies setzt dem Komplexitätsmanagement im Betriebsalltag enge Grenzen. Deshalb reduziert es sich in der Praxis zumeist darauf,
  • die Einflussfaktoren auf ein „Phänomen“, ein System zu ermitteln und
  • Prognosen über deren Interdependenzen, Wechselwirkungen sowie Reaktionen zu formulieren, um so
  • die Risiken von bestimmten Entscheidungen zu minimieren.

Komplexitätsmanagement Beratung

Die Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner vermittelt den Mitarbeitern von Unternehmen, sofern gewünscht, u.a. in Trainings und Coachings die Kompetenz, die Komplexität in ihrem Arbeitsumfeld zu meistern..

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