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Organisationsaufstellung

Die Organisationsaufstellung ist eine Form der Systemischen Aufstellung, die der Systemanalyse und -veränderung dient. Bei ihrer werden die zentralen Elemente eines Systems (z.B. eines Unternehmen, einer Organisationseinheit) so im Raum platziert, das die Beziehungen und Interdependenzen in ihm sichtbar und analysierbar werden.

Organisationsaufstellung: Arbeit mit Stellvertretern oder Figuren

Wie bei einer Familienaufstellung werden hierbei die einzelnen Mitglieder bzw. Elemente eines Systems (wie z.B. Abteilungen, Projektteams, externe Dienstleister) entweder durch anwesende Personen repräsentiert oder symbolisch durch Figuren dargestellt, die im Raum (oder auf einem Tisch) entsprechend ihrer Beziehungen angeordnet werden. Dies hilft Beziehungsmuster und Kommunikationsstrukturen, Abhängigkeiten und Dynamiken in dem jeweiligen System zu erkennen und zu verstehen. Auch solche Elemente wie Markt, Wettbewerb, Kunden, Lieferanten oder IT-Technik können in eine Organisationaufstellung integriert werden. Sie werden im Raum ebenso wie die realen Mitglieder des zu analysierenden Systems durch sogenannte  Stellvertreter dargestellt – also anwesende Personen, die in die betreffende Position, Funktion bzw. Rolle schlüpfen

Nutzen Organisationsaufstellung

Systemische Organisationsaufstellungen sind ein bewährtes Tool, um insbesondere komplexe Systeme, die durch eine Vielzahl von Interdependenzen sowie Beziehungen unterschiedlichen Charakters gekennzeichnet sind, zu analysieren. Sie werden in der Personal- und Organisationsentwicklung häufig genutzt, wenn Systeme oder Teile eines Systems gezielt weiterentwickelt werden sollen – sei es auf der Kultur-, Struktur- oder Prozessebene, da sich diese Ebenen wechselseitig beeinflussen. Dann liefern Organisationsaufstellungen auf wertvolle Einsichten und Impulse, um sich zum Beispiel gemeinsam auf eine bestimmte Sichtweise des „Problems“ bzw. auf ein bestimmtes Vorgehen bei dessen Lösung zu verständigen.

Ausgangspunkt einer Organisationsaufstellung

Ausgangspunkt einer Organisationsaufstellung ist in der Regel ein akutes Problem oder wichtiges oder dringendes Anliegen des Klienten, für das er sich neue Erkenntnisse wünscht. Solche Fragen können zum Beispiel sein:
  • Wie können wir unsere Reaktionszeit auf Kundenwünsche/Marktveränderungen verkürzen?
  • Warum funktioniert bei uns die bereichsübergreifende Zusammenarbeit nicht?
  • Warum ist die Unzufriedenheit unserer Mitarbeiter so hoch?

Ablauf einer Organisationsaufstellung

Organisationsaufstellungen werden in der Regel von einem externen oder neutralen Berater moderiert. Der Ablauf einer Organisationsaufstellung mit Stellvertretern kann wie folgt sein:
  • Auswahl der Stellvertreter: Der Klient bestimmt die aus seiner Sicht wichtigsten Elemente des zu analysierenden Systems (z.B. Top-Management, HR-Bereich, operative Führungskräfte, Mitarbeiter, IT-Bereich) und wählt für diese unter den Personen im Raum sogenannte Stellevertreter aus, die diese repräsentieren sollen.
  • Darstellung des Ist-Bilds: Danach positioniert der Klient die ausgewählten Stellvertreter so im Raum, wie dies seiner intuitiven Vorstellung der Beziehung zwischen den von ihnen repräsentierten Elemente entspricht. Der Klient wählt auch eine Stellvertretung für sich und platziert diese im Raum. So entsteht ein „Bild“ bzw. Szenario, wie der Klient das Beziehungsgeflecht zwischen den aufgestellten Elementen aktuell erlebt.
  • Erfragen der Befindlichkeit: Danach werden die Stellvertreter einzeln bezüglich ihrer Wahrnehmungen und Empfindungen bezüglich ihrer Position in dem dargestellten Beziehungssystem  befragt. Ihr Aussagen können sich u. a. auf ihr Befinden („Ich fühle mich hier wohl“), ihre körperlichen Wahrnehmungen („Mir kribbelt es in den Fingern.“), Emotionen („Ich fühle mich isoliert.“) oder sonstigen Empfindungen („Ich frage mich, was ich hier soll.“) beziehen. Diese werden dann mit Hilfe des Moderators zum Beispiel bezüglich ihrer Ursachen analysiert., Der Klient betrachtet das Geschehen währenddessen von außen und lässt es auf sich wirken.
  • Entwickeln des Lösungsbilds: Danach werden die Positionen der Stellvertreter im Ist-Bild aufgrund der Rückmeldungen verändert – also zum Beispiel die Mitarbeiter näher an die operativen Führungskräfte gerückt. Oder: Der HR-Bereich so platziert, dass er auch den IT-Bereich und das Top-Management sieht. So wird allmählich eine Konstellation im Raum entwickelt, mit der sich alle Stellvertreter wohlfühlen bzw. die der angestrebten Lösung entspricht. Dieser Prozess kann vom Moderator absprachegemäß mehr oder minder stark gesteuert werden.
  • Abschluss: Ist das Lösungsbild gefunden, nimmt der Klient die Position seines Stellvertreters ein, um die Veränderungen im System auf sich wirken zu lassen und zu bewerten. Danach werden nach eventuellen weiteren, meist eher marginalen Änderungen die Stellvertreter aus ihrer Rolle entlassen.
Der Zeitbedarf für eine Organisationsaufstellung beträgt in der Regel abhängig von der Komplexität des Systems und der Fragestellung etwa ein bis zwei Stunden.

Organisationsaufstellung in Unternehmen mit K&P

Die Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner führt im Rahmen ihrer Change- und Transformationsprojekte in Unternehmen regelmäßig Organisationsaufstellungen durch. Außerdem bietet sie eine offene Weiterbildung „Organisationsaufstellung: Systemkonstellationen wirksam beeinflussen“ an. In ihr üben die Teilnehmer die Beziehungen und wechselseitigen Abhängigkeiten in sozialen Systemen mit Hilfe einer Organisationsaufstellung zu analysieren und zu verstehen – und zwar unabhängig davon, ob es sich bei dem System um ein komplettes Unternehmen, eine Organisationseinheit oder ein bereichsübergreifendes Arbeits- und Projektteam handelt. Außerdem trainieren sie das Anwenden verschiedener smarter Tools, um Klarheit über die Interdependenzen und Wirkmechanismen in komplexen Systemen zu gewinnen und die systemischen Lösungsoptionen zu ermitteln und zu bewerten. Die Adressaten der Weiterbildung sind neben Personal- und Organisationsentwicklern unter anderem Coaches und Berater, die ihre Kompetenz zur Systemanalyse erhöhen und ihr Methodenrepertoire vergrößern möchten.

Weiterbildung zum Thema "Organisationsaufstellung" von K&P

Seit Dezember 2020 bieten die Agilen Transformer von K&P zudem eiine offene Weiterbldung "Organisationsaufstellung: Systemkonstellationen wirksam beeinflussen“ an.  In ihr üben die Teilnehmer die Beziehungen und wechselseitigen Abhängigkeiten in sozialen Systemen, deren Denk- und Verhaltensmuster verändert werden sollen, mit Hilfe einer Organisationsaufstellung zu analysieren und zu verstehen – und zwar unabhängig davon, ob es sich bei dem System um ein komplettes Unternehmen, eine Organisationseinheit oder ein bereichsübergreifendes Arbeits- und Projektteam handelt. Außerdem trainieren sie das Anwenden verschiedener smarter Tools, um Klarheit über die Interdependenzen und Wirkmechanismen in komplexen Systemen zu gewinnen und die systemischen Lösungsoptionen zu ermitteln und zu bewerten. Die Adressaten der 3,5-tägigen Weiterbildung sind neben Personal- und Organisationsentwicklern unter anderem Coaches und Berater, die ihre Kompetenz zur Systemanalyse erhöhen und ihr Methodenrepertoire vergrößern möchten, um beispielsweise den agilen Mindset in einem Unternehmen zu forcieren. Auf Wunsch führt K&P die Weiterbildung auch firmintern durch. Mehr Infos finden Sie hier.

Video: Das Beratungsmodell von K&P

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